| Via del Campo |
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Via del Campo c'è una graziosa Via del Campo c'è una bambina Via del Campo c'è una puttana e ti sembra di andar lontano Via del Campo ci va un illuso Ama e ridi se amor risponde 1958 war es, als der 15-jährige Schallplattenverkaufsgehilfe Gianni Tassio den 18-jährigen Studenten Fabrizio De André traf, der auf der Suche nach einer Platte von George Brassens war. Wer dieser Junge sei, habe De André den Ladenbesitzer gefragt. Der habe ausweichend etwas von einer guten Tat gemurmelt und davon, dass die Mutter des Jungen, na ja, Sie wissen schon. Daraufhin habe De André den Ladengehilfen zum Essen eingeladen, was dem zunächst gar nicht recht war: Ich dachte schon, er sei schwul, sagt Gianni Tassio. Welches Interesse hätte dieser verwöhnte Bürgersohn sonst an ihm haben können, an ihm, dem Sohn der Hure Lilli, die jeder in der Via del Campo kannte? Dann, beim Essen, fragte Fabrizio De André ihn: Was hast du gefühlt, als du erfahren hast, dass deine Mutter Prostituierte ist? Gianni Tassio zögerte zu antworten. Es machte ihn misstrauisch, dass sich ein Fremder für seine Gefühle interessierte. Vielleicht ahnte er, dass hier ein Poet für seine Inspiration ein Stück Leben brauchte. Aber dann gab er ihm doch eine Antwort: Wie soll ich mich schon gefühlt haben, sagte er. Wie ein Stück Scheisse. Mist lässt Blumen gedeihen, habe Fabrizio De André erwidert, ein Satz, der klingt wie ein Kalenderspruch. Aber dann komponierte er das Lied Via del Campo und sang 'Dai diamanti non nasce niente / dal letame nascono i fior', aus Diamanten wächst nichts, und der Mist lässt Blumen gedeihen; und zum ersten Mal hatte Gianni Tassio das Gefühl zu existieren. Diese zwei Zeilen, das war er. Auf ewig. |




